PlayStation stellt 2028 die Discs ein: schlechte Nachrichten für Spieler
Am 1. Juli 2026 hat Sony bestätigt, dass ab Januar 2028 keine physischen Discs mehr für neue PlayStation-Spiele produziert werden. Der Konzern verkauft das als Reaktion auf die Gewohnheiten der Spieler. Für ebendiese Spieler ist es trotzdem eine schlechte Nachricht, auch wenn sie im Gewand des reinen Komforts daherkommt.
Was Sony angekündigt hat
Ab Januar 2028 werden neue Spiele für PlayStation-Konsolen nicht mehr auf Disc gepresst. Sie erscheinen nur noch digital, im PlayStation Store und im Handel.
Zur Begründung führt Sony seine eigenen Zahlen an. Laut den Ergebnissen des letzten Quartals des Geschäftsjahres 2025 macht der Download bereits rund 85 % der Verkäufe von Vollpreisspielen auf PS4 und PS5 aus, gegenüber 15 % für die Disc. Der offizielle Beitrag will beruhigen:
»Dieser Übergang hat keine Auswirkungen auf Spiele, die bereits erschienen sind oder die vor Januar 2028 noch im Disc-Format erscheinen.«
Die Discs, die schon in euren Hüllen stecken, funktionieren also weiter. Das Problem liegt woanders.
Was die Spieler verlieren
Eine Disc ist ein Gegenstand, der einem gehört. Man kann sie weiterverkaufen, verleihen, verschenken oder jahrelang in einer Schublade liegen lassen. Ein digitales Spiel bleibt dagegen eine Zugangslizenz, gebunden an ein Konto und an einen Store, der schließen kann.
Und das passiert schon. Parallel zu dieser Ankündigung schließt Sony den Zugang zum PlayStation Store auf PS3 und PS Vita. Bereits gekaufte Spiele lassen sich weiter herunterladen, aber neu kaufen kann man dort nichts mehr. Das Versprechen vom »digital für immer« bekommt beim ersten heruntergelassenen Rollladen Risse: Wenn der Store schließt, wird ein Teil des Katalogs schlicht unkäuflich.
Ohne Disc erlischt auch der Gebrauchtmarkt. Keine Spiele mehr zum halben Preis ein paar Monate nach Release, kein Weiterverkauf, um den nächsten Titel zu finanzieren. Die Publisher behalten die Kontrolle über die Preise, ohne den Druck der Gebrauchtverkäufe.
Sony stellt diese 85 % als bloße Vorliebe der Spieler dar. Nur schrumpft die Auswahl auch von selbst: Wenn GameStop in zwei Geschäftsjahren über 1.300 Filialen schließt, verschwindet das Regal mit den Discs aus den Städten, bevor es aus den Konsolen verschwindet. Nimmt man eine Option lange genug weg, »bevorzugt« man am Ende die, die übrig bleibt.
GTA 6: eine Box ohne Disc
Das beste Beispiel ist noch nicht einmal erschienen. GTA 6 kommt im November 2026, und Rockstar hat bereits bestätigt, dass die Box-Version keine Disc enthalten wird, nur einen Download-Code zum Aktivieren. Man zahlt für eine »physische« Ausgabe, an der nichts mehr physisch ist. Klarer lässt sich die Richtung der Branche kaum zusammenfassen.
Und was ist mit der PS6?
Natürlich richten sich die Blicke auf die PS6, und die Leaks widersprechen sich. Manche sprechen von einem abnehmbaren Disc-Laufwerk zum Start, wie bei der PS5 Slim. Andere setzen auf eine rein digitale Konsole. Offiziell ist noch nichts, also mit Vorsicht zu genießen. Woher der Wind weht, lässt allerdings wenig Zweifel.
Ein Grund mehr, seine Sammlung zu verfolgen
Die Entwicklung ist in Gang, und daran wird sich kaum etwas ändern. Also besser organisieren. Wenn deine Spiele zu Einträgen werden, verteilt über den PlayStation Store, Steam, den Xbox Store, den Game Pass oder das PlayStation Plus, wird es schnell nützlich zu wissen, was man wirklich »besitzt«.
Genau da hilft Radion: deine Bibliotheken von Steam, Xbox, PlayStation und Nintendo an einem Ort zusammenführen, deinen Fortschritt auf jeder Plattform verfolgen und alles festhalten, auch wenn nichts mehr in eine Hülle passt. Es gibt dem Spieler das Eigentum an seinen Spielen nicht zurück, aber immerhin weißt du, woran du bist.
Das Thema reicht über die Frage des Formats hinaus. Mit jeder Disc, die verschwindet, gleitet ein wenig Kontrolle vom Spieler zum Publisher, geräuschlos, im Namen der Bequemlichkeit. Schwer, darin eine gute Nachricht für die Spieler zu sehen.